0  

















Die DHU ist ein Projekt der
Fachhochschule Ulm, der
Universität Ulm und des
Zentrums für Sonnenenergie
und Wasserstoffforschung
und wird unterstützt durch
die Solarstiftung Ulm/Neu-Ulm
und das Donaubüro Ulm.



Energie ist die Quelle für alles Leben und Wirtschaften auf dieser Erde
Der Zugang zur Energie ist für alles Leben und Wirtschaften auf dieser Erde notwendige Voraussetzung. Die Energieversorgung basiert heute wesentlich auf den endlichen Ressourcen der fossilen Brennstoffe und der Atomenergie. Gravierende Nebenwirkungen und Risiken sind nicht zu leugnen. Die effiziente Nutzung von Energie spielt zumeist nur im Rahmen kurzfristiger Wirtschaftlichkeitsüberlegungen eine Rolle.

Nur wenig mehr als 30 Jahre nach der ersten sogenannten Ölkrise hat sich weltweit die Erkenntnis durchgesetzt, dass die wirtschaftliche und zugleich ökologisch wie sozial verträgliche Gewinnung, Verteilung und Nutzung von Energie eine Schlüsselfrage für unsere Zukunft ist. Alle Menschen, alle Gruppierungen, alle Staaten und Völker sind betroffen. Was liegt da näher, als gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln und die notwendigen Schritte zusammen zu gehen.
Im Zeichen der Globalisierung stiftet dieses Vorgehen – neben der Existenzsicherung und wirtschaftlichen Vorteilen Gemeinschaftsgefühl und Frieden unter Menschen und Gesellschaften.
Die Erfahrung lehrt, dass Staaten oder gar die Weltgemeinschaft zu langsam auf diese Herausforderung „Energieversorgung und Klimaschutz" reagieren. Der Einsatz regenerativer Energien als unerschöpfliche, umwelt- und sozialverträgliche Energiequelle ist der einzige Schlüssel für eine langfristig zukunftsfähige Energieversorgung der Menschheit. Eine deutsche Vorreiterrolle auf diesen Gebieten ist allseits anerkannt. Zu dieser Vorrangstellung ist es aber nur gekommen, weil seit Mitte der 70er Jahre einzelne Personen sowie verschiedene Institutionen und Gruppierungen sich mit großem Engagement profunde Kenntnisse in Theorie und Praxis erarbeitet und diese gegen alle Widerstände auch in zahlreichen Projekten real umgesetzt haben. Forschung und Entwicklung, Lehre und Wissenstransfer in die Praxis sowie ein enges Zusammenwirken zwischen Industrie und Handwerk schaffen auch für die regenerativen Energien die notwendigen Rahmenbedingungen. Genau in einem solchen Umfeld lokaler Kooperationen und Partnerschaften ist seit etwa zwei Jahrzehnten in Ulm ein stabiles Netzwerk gewachsen, mit dem die Stadt Ulm einen Spitzenplatz in Deutschland bei der Nutzung regenerativer Energien und Brennstoffzellen errungen hat.

Regenerative Energien
und Brennstoffzellen

Es macht keinen Sinn, die regenerativen Energien einfach an Stelle der konventionellen fossilen Brennstoffe oder der Atomenergie einsetzen zu wollen. Vielmehr werden sie ihren Stellenwert ganz pragmatischmarktwirtschaftlich im kostenoptimalen Mix mit den Technologien zur Energieeinsparung (Minimierung des Energiebedarfs) und den Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz (Minimierung der Energiewandlungsverluste) einnehmen. Somit muss das Wissen über den Einsatz der regenerativen Energien - anders als bei den konventionellen Energieträgern - viel breiter angelegt werden. Die Zukunft gehört den integralen Planungsansätzen, deren Betrachtungsgrenzen sehr viel weiter gefasst sind, sowie der gesamtwirtschaftlichen Bewertung dieser Ansätze.

Die gleichzeitige Einführung regenerativer Energien und von Technologien zur Energieeinsparung und Energieeffizienz bewirkt, dass konventionelle Rohstoffe im Produktionsprozess als Energieträger langsam verdrängt und substituiert werden. Dabei entstehen nicht nur neue Produkte und Produktionsverfahren, sondern auch neue Arbeitsplätze. Wer hier als erster die Chancen nutzt, wird wirtschaftlich prosperieren.

Die Energiequellen in einer nachhaltigen Energiewirtschaft werden die regenerativen Energien in allen Erscheinungsformen sein. In einer Übergangszeit können/müssen fossile Energien additiv hinzutreten.

Zu den regenerativen Energien zählen

  • Solare Strahlung bzw. ihre direkte Nutzung durch Photovoltaik und Solarthermie
  • Wasserkraft, Windenergie
  • Biomasse
  • Geothermie

Eine bedeutende Rolle bei der praktischen Nutzung regenerativer Energien fällt dem Thema Energiespeicherung zu.

Brennstoffzellen sind keine Energiequelle: Sie sind Energiewandler höchster Energieeffizienz, die nahezu schadstofffrei Strom und Wärme zur Verfügung stellen. Damit sind sie ein wichtiger Baustein in einer regenerativen Energiewirtschaft. Weitere effiziente Technologien wie Brennwertnutzung, Wärmerückgewinnung, Kraft-Wärme-Kopplung, Strom-Wärme-Kälte- Verbund mit Absorptionsmaschinen vervollständigen das Spektrum.

Das Prinzip "Integrale Gesamtkonzepte" ist der Türöffner für die Zukunft. Mit dem Konzept Passivhaus wurde dieses Prinzip im Bereich des Bauens und Wohnens innerhalb von nur etwa 10 Jahren in Deutschland am Markt eingeführt. Passivhäuser sind Gebäude mit minimalem Energiebedarf und maximaler Energieeffizienz, die ohne herkömmliches Heizsystem auskommen. Im kostenminimalen Mix werden in einem integralen Planungsprozess die Maßnahmen

  • hochgedämmte, wärmebrückenfreie Gebäudehülle
  • dichte Gebäudehülle und Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Nutzung passiv-solarer und interner Wärmegewinne
  • Stromsparkonzept
qualitativ und quantitativ verwirklicht. Der dann noch verbleibende Restenergiebedarf wird mit höchster Energieeffizienz möglichst auf Basis regenerativer Energien gedeckt.





Prittwitzstr. 10
D-89075 Ulm
info@donauhochschule-ulm.de
Ansprechpartner: Prof. Gerd Heilscher