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Die DHU ist ein Projekt der
Fachhochschule Ulm, der
Universität Ulm und des
Zentrums für Sonnenenergie
und Wasserstoffforschung
und wird unterstützt durch
die Solarstiftung Ulm/Neu-Ulm
und das Donaubüro Ulm.



Energieeinsparung
Das Ulmer EXPO-Projekt 2000: Modellcharakter für das 21. Jahrhundert

Das Ulmer Modellvorhaben „Ökologische Stadtentwicklung“ wurde aus den Zielvorstellungen der Ulmer Stadtentwicklungspolitik abgeleitet und im Juli 1998 als EXPO-Beitrag registriert. Ihre offizielle Anerkennung als dezentrales EXPO-Projekt weist die Ulmer Passivhaus-Siedlung gleichzeitig als Beitrag zur Umsetzung der Agenda 21 aus, nach deren Statut die Kriterien wirtschaftliche, soziale und ökologische Verträglichkeit im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung erfüllt sein müssen. Das Ulmer Passivhaus-Projekt ist alles andere als nur ein Experiment. Es präsentiert vielmehr bereits heute voll alltagstaugliche, wenn auch noch nicht ganz alltägliche Lösungen und Bauweisen, die auf den technischen Möglichkeiten der Gegenwart beruhen. Insgesamt acht beteiligte Bauträger haben die Aufgabenstellung auf individuelle Weise überzeugend gelöst. Im Sonnenfeld sind deshalb acht verschiedene Passivhaus- Konzepte zu besichtigen, jedes auf seine Art sehenswert und zukunftsweisend.

„Ohne Passivhaus keine Nachhaltigkeit": das mag provozierend klingen, und das soll auch provozieren - zum Nachdenken.

„Machen wir uns doch nichts vor: wo immer ein bisher unbebautes Grundstück bebaut wird, da wird so gut wie nie „energiesparend gebaut", vielmehr kommt immer neuer Energieverbrauch hinzu. Wenn also Nachhaltigkeit nicht eine leere Worthülse bleiben soll, sondern im Neubau Gestalt annehmen soll, wäre es Pflicht und Schuldigkeit aller Beteiligten, den Passivhaus-Standard in zeitgemäßer Architektur auf breiter Basis zu realisieren“ (Professor Peter Obert, Initiator der Solarstadt Ulm und Gründer des Studienschwerpunktes Energietechnik an der Fachhochschule Ulm).

Der Energiebedarf ist so alt wie die Menschheit. Das Energiesparen führt uns in die Zukunft.

Passivhaus-Standard bedeutet mehr Gebäudequalität und mehr Nutzerkomfort mit weniger Energie.

Nach welchen Grundsätzen dieser Standard realisiert wird, ist schnell aufgesagt:
1. optimale Wärmedämmung,
2. wirksame Abdichtung der Außenhaut,
3. Lüftung mit Wärmerückgewinnung,
4. Stromsparkonzept für Beleuchtung und Geräteausstattung.
5. Deckung des verbleibenden
Restenergiebedarfs für Heizung, Kühlung und Elektrizität mit hoher Energieeffizienz und möglichst ohne fossile Energieträger. Alle fünf Grundsätze sind nicht neu, jedoch werden sie in einem integralen Planungsansatz zu Ende gedacht und vor allem zu Ende gebracht. Integrale Planung heißt, die quantitative und qualitative Ausgestaltung der fünf Grundsätze erfolgt derart, dass die Summe aus Kapitalkosten, Verbrauchs- und Betriebskosten über die Nutzungszeit minimal wird, also zum wirtschaftlichen Optimum führt.


arbor-solaris Kunstwerk in Ulm

Am Beispiel des ENERGON, dem weltweit größten Bürogebäude im Passivhausstandard, soll an dieser Stelle ein Wort zu den Herstellkosten gesagt werden: mit 1400 pro Quadratmeter Fläche liegt dieser Bau etwa in der Mitte der Bandbreite des Deutschen Baukostenindexes für Bürogebäude. Dieses Passivhaus ist also keinesfalls teurer als vergleichbare so genannte „normale Gebäude". Für den Betrieb von ENERGON (ohne Sonderund Nutzeranwendungen) werden Jahreskosten in Höhe von 2,9 pro Quadratmeter Fläche bzw. 20.000 für das gesamte Gebäude erwartet. Ein klimatisiertes Standard-Gebäude würde etwa die 2,6-fachen Kosten verursachen. Das wären also rund 30.000 jährlich.


Wohnhaus in Passivhausbauweise





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Ansprechpartner: Prof. Gerd Heilscher